Harbiner Klinik behandelt Appendizitis durch Kotstein mit direkt sichtgesteuerter ERAT
Das Vierte Krankenhaus der Medizinischen Universität Harbin berichtet über eine endoskopische Behandlung einer unkomplizierten Appendizitis unter Erhalt des Wurmfortsatzes.
Veröffentlicht von CareAtlas · Redaktionelle Richtlinien
Das Vierte Krankenhaus der Medizinischen Universität Harbin berichtete am 23. Oktober 2026, dass sein gastroenterologisches Team eine durch einen Kotstein verursachte Appendizitis mittels direkt sichtgesteuerter endoskopisch retrograder Appendizitistherapie (ERAT) behandelt hatte. Bei der als geeignet beurteilten Patientin blieb der Wurmfortsatz erhalten.
Untersuchung vor der Behandlungsentscheidung
Die Patientin verspürte zunächst Schmerzen und ein Blähungsgefühl im rechten Unterbauch. Ruhe brachte etwas Besserung, doch in den folgenden Tagen kehrten die Schmerzen wieder. In einem anderen Krankenhaus wurde ein Kotstein im Wurmfortsatz festgestellt und eine Appendektomie empfohlen. Wegen ihrer Sorge vor einer Narbe und längerer Erholung stellte sie sich anschließend bei Wang Liguos Team in der gastroenterologischen Ambulanz vor.
Das Team erhob die Krankengeschichte und führte eine körperliche Untersuchung sowie eine bildgebende Abklärung durch. Es diagnostizierte eine unkomplizierte Appendizitis durch einen eingeklemmten Kotstein und bestätigte die Eignung für ERAT. Nach Besprechung der Befunde und des Behandlungsplans mit der Patientin wurde ein Verfahren gewählt, das die Verlegung beseitigen und das Organ erhalten sollte.
Zwei Endoskope unter direkter Sicht
Mit Unterstützung der Anästhesie und spezialisierter Endoskopiepflege führte das Team ein Koloskop durch den After bis in die Ileozökalregion und lokalisierte die Öffnung des Wurmfortsatzes. Ein dünnes zweites Endoskop wurde durch den Arbeitskanal in dessen Inneres vorgeschoben, um den Befund direkt zu betrachten.
Die Schleimhaut war leicht gerötet und geschwollen. Körniges Kotsteinmaterial verlegte das Lumen teilweise. Unter Sicht spülte das Team wiederholt pulsierend mit Kochsalzlösung und setzte Unterdruckabsaugung ein, um entzündliche Sekrete und kleine Kotsteine zu entfernen und die Durchgängigkeit wiederherzustellen. Nach Angaben des Krankenhauses verlief der Eingriff ruhig, die Vitalzeichen waren stabil; deutliche Schmerzen oder Beschwerden wurden währenddessen nicht angegeben.
Bereits am selben Tag hatten die Bauchschmerzen deutlich nachgelassen, und die Patientin konnte selbstständig aufstehen und gehen. An der Bauchoberfläche entstand kein chirurgischer Schnitt. Dies sind die im Bericht beschriebenen unmittelbaren Ergebnisse; ein längerer Nachbeobachtungszeitraum wird nicht genannt.
Die Eignung im Gespräch klären
Nach Darstellung der Klinik verbindet ERAT unter direkter Sicht die Beurteilung von Entzündung und Verlegungsursache mit Maßnahmen wie Kotsteinentfernung und Drainage. Der Zugang erfolgt über den natürlichen Verdauungstrakt; der Wurmfortsatz wird im Unterschied zur offenen oder laparoskopischen Entfernung erhalten.
Wer eine Behandlung in Harbin erwägt, erhält damit einen konkreten Einblick in den Ablauf: gastroenterologische Vorstellung, körperliche und bildgebende Untersuchung, Bestätigung einer unkomplizierten Erkrankung und geeigneter Voraussetzungen sowie anschließende Besprechung des Plans. Das Einzelergebnis belegt keine Eignung dieser Methode für jede Appendizitis.