Beijing Friendship Hospital erweitert die Strahlentherapie um Bauchlage
Neue Lagerungsplatten für Körper und Brust ergänzen bei ausgewählten Brust- und Beckentumoren die Optionen, mit CT/MR-Planung und Bildführung.
Veröffentlicht von CareAtlas · Redaktionelle Richtlinien
Das Beijing Friendship Hospital der Capital Medical University hat in seiner Strahlentherapie Lagerungsplatten für Körper und Brust in Bauchlage eingeführt. Der Bericht vom 26. Oktober 2026 beschreibt damit eine zusätzliche Lagerungsoption bei Brustkrebs und bestimmten Bauch- oder Beckentumoren. Zum Berichtszeitpunkt hatten bereits fast 100 Patienten eine Bestrahlung in Bauchlage erhalten.
Warum die Lagerung den Plan verändern kann
Die Rückenlage ist weiterhin die häufigste Position in der Strahlentherapie. Körperform, Tumorlage und benachbarte Organe unterscheiden sich jedoch; eine einzige Position ermöglicht nicht für jeden die günstigste Dosisverteilung. Die Bauchlage verändert die räumliche Beziehung zwischen Zielgebiet und gesundem Gewebe.
Bei ausgewählten Brustkrebspatienten, insbesondere mit größerer Brust, kann das Brustbrett das Brustgewebe von Brustwand und gleichseitiger Lunge weg herabhängen lassen. Die Klinik beschreibt dies als Möglichkeit, weniger gesundes Lungengewebe im Bestrahlungsfeld zu erfassen und vor allem bei linksseitigem Brustkrebs die Herzbelastung zu reduzieren. Eine natürlichere Ausbreitung des Gewebes kann zudem Hautfalten und örtliche Hochdosisbereiche verringern. Diese planerischen Vorteile gelten für geeignete Patienten und sprechen nicht für einen pauschalen Positionswechsel.
Eine Option bei manchen Beckentumoren
Die Körperplatte stützt den Bauch und lässt darunter eine Öffnung frei. In Bauchlage kann die Schwerkraft Teile des Dünndarms aus dem Beckenbestrahlungsbereich verlagern. Bei Rektumkrebs und bestimmten anderen Beckentumoren kann dies helfen, die Dünndarmdosis zu senken. Kohlefaserstruktur und Körperauflagen sollen eine stabile Position unterstützen.
Die Klinik setzt außerdem thermoplastische Fixierung ein, um die Lagerung besser reproduzieren zu können. Die Geräte sind Teil einer Kette aus Simulation, Bildaufnahme, Zielvolumenkonturierung, Planung, Lagekontrolle und Bestrahlung.
Bildgebung und individuelle Prüfung bleiben entscheidend
Ein CT-Simulator mit großer Öffnung und MR-Simulation liefern ergänzende Informationen über Tumor und gesunde Organe. Die Bildführung am Linearbeschleuniger kontrolliert während der Behandlung Patientenlage und Zielposition. Je nach Tumoreigenschaften kann VMAT eingesetzt werden; wenn Atembewegungen für die Planung relevant sind, steht eine 4D-CT-Beurteilung zur Verfügung.
Die Klinik berichtet über geringere Normalgewebsdosen und damit verbundene Schäden in ihrer Anwendung, veröffentlicht in dieser Mitteilung aber keine detaillierten Vergleichsdaten zu Patientengruppen. Für Menschen, die eine Behandlung erwägen, besteht die konkrete Neuerung in einer zusätzlichen Lagerung innerhalb einer individuell geplanten Strahlentherapie. Zu besprechen sind die Eignung der eigenen Anatomie und Tumorlage sowie der Schutz benachbarter Organe durch den gesamten Bildgebungs- und Behandlungsplan.