US-Patient erhält vorübergehende Rückenmarkstimulation am West China Hospital
Das Krankenhaus schildert die Abklärung eines komplexen Schmerzfalls, eine zeitlich begrenzte Stimulation und die ersten Ergebnisse.
Veröffentlicht von CareAtlas · Redaktionelle Richtlinien
Ein 58-jähriger Amerikaner reiste nach Chengdu, nachdem er nach Wirbelsäulenoperationen mehr als 20 Jahre lang an anhaltenden Rücken- und Beinschmerzen gelitten hatte. In einem Bericht vom 17. März 2026 beschreibt das West China Hospital der Sichuan-Universität seine Untersuchung, eine vorübergehende Rückenmarkstimulation (t-SCS) und die frühe Entwicklung nach dem Eingriff.
Eine lange Behandlungsgeschichte vor der Reise
Der als Herr T bezeichnete Patient war vor über zwei Jahrzehnten in den USA mehrfach wegen einer Erkrankung des unteren Rückens operiert worden. Später entwickelten sich Schmerzen und Taubheitsgefühle im unteren Rücken und in beiden Beinen. Die Beschwerden nahmen zu; diagnostiziert wurde ein Failed Back Surgery Syndrome (FBSS).
Medikamente, Nervenblockaden und Radiofrequenztherapie hatten keine zufriedenstellende Linderung gebracht. Die Schmerzen lagen dauerhaft bei 7–8 von zehn Punkten und beeinträchtigten Schlaf und Alltag. Nachdem er von der Erfahrung der Schmerzabteilung bei schwer behandelbaren Schmerzen erfahren hatte, kam er gezielt zur systematischen Abklärung nach Chengdu.
Warum zunächst eine vorübergehende Stimulation
Das interdisziplinäre Team bewertete Krankengeschichte, Beschwerden und Bildgebung gemeinsam. Ausgeprägte postoperative Narbenverklebungen und eine schwere Verengung des Wirbelkanals erschwerten die Elektrodenplatzierung und erhöhten die Eingriffsrisiken.
Nach wiederholten Beratungen und Erläuterung des Plans entschied sich das Team für einen vorübergehenden Versuch zur Prüfung von Schmerzlinderung und Sicherheit. Eine dauerhafte Implantation sollte erst anhand des weiteren Ansprechens und der Verträglichkeit beurteilt werden. Der Versuch nahm diese Entscheidung nicht vorweg.
Bildgeführte Platzierung und individuelle Anpassung
Unter Leitung von Xiao Hong wurde die Elektrode mithilfe digitaler Subtraktionsangiografie (DSA) in den entsprechenden Abschnitt des Epiduralraums geführt. Noch während des Eingriffs wurden die Stimulationsparameter angepasst. Nach Angaben des Krankenhauses berichtete der Patient über eine passende Abdeckung seines Schmerzgebiets und unmittelbare Linderung.
Anschließend begleiteten ein Arzt, Gerätetechniker und Pflegekräfte den Verlauf. Sie passten Intensität, Impulsbreite und Frequenz an die täglichen Schmerzschwankungen an. Die Betreuung endete somit nicht mit der Elektrodenplatzierung oder den ersten Einstellungen.
Frühe Ergebnisse und die weitere Entscheidung
Laut Krankenhaus konnte Herr T am zweiten Tag nach dem Eingriff die intravenöse patientengesteuerte Schmerzpumpe absetzen. Rücken- und Beinschmerzen gingen zurück, der Schlaf besserte sich und Alltagsaktivitäten wurden allmählich wieder möglich. Dies sind frühe Ergebnisse seines vorübergehenden Versuchs; ein Langzeitverlauf nach dauerhafter Implantation wird nicht berichtet.
Die vorübergehende Stimulation nutzt eine Elektrode, ohne einen dauerhaften Impulsgeber einzusetzen. Die Abteilung beschreibt sie als zeitlich begrenzte Schmerzlinderung und Grundlage zur Prüfung einer längerfristigen Implantation. Seit Einführung 2022 hatte sie zum Berichtszeitpunkt mehr als 170 entsprechende Behandlungen durchgeführt.