HKU-Shenzhen berichtet über zielgerichtete CAR-T-Therapie bei einem US-Patienten
Ein US-Patient erhielt in Shenzhen CAR-T-Zellen gegen Claudin18.2 nach mehreren erfolglosen Therapien. Die Klinik beschreibt Ansprechen und Überwachung.
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Quelle: Krankenhaus der Universität Hongkong in Shenzhen · Veröffentlicht: 27. Oktober 2026 · Originalbericht lesen
Das Krankenhaus der Universität Hongkong in Shenzhen berichtete am 27. Oktober, dass Larry, ein US-amerikanischer Patient mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs, einen Behandlungszyklus mit gegen Claudin18.2 gerichteten CAR-T-Zellen im International Medical Center abgeschlossen hatte und entlassen worden war. Gemeinsam mit seiner Frau war er zur Behandlung mehr als 11.600 Kilometer von Los Angeles nach Shenzhen gereist.
Entscheidung nach wiederholtem Fortschreiten der Erkrankung
Nach Angaben des Krankenhauses war etwa anderthalb Jahre vor der Aufnahme ein mäßig bis schlecht differenziertes Adenokarzinom diagnostiziert worden. Larry hatte eine neoadjuvante Behandlung, eine Operation sowie Erst- und Zweitlinientherapien erhalten. Trotz Paclitaxel in Kombination mit Ramucirumab und zusätzlicher lokaler intraperitonealer Gabe von Paclitaxel schritt die Erkrankung weiter fort. Metastasen im Bauchfell erschwerten die Behandlung zusätzlich.
Die Biopsie einer Bauchfellmetastase zeigte eine Claudin18.2-Expression mit einer Bewertung von 2+/3+; 99 % der Tumorzellen waren positiv. Im Juli 2026 erhielt er Zolbetuximab, einen gegen dasselbe Ziel gerichteten Antikörper, zusammen mit einer Chemotherapie. Die Erkrankung schritt jedoch rasch erneut fort. Seine Frau hatte bei ihrer Informationssuche den Tumorbiomarker mit der Krebsart kombiniert. Das Krankenhaus beschreibt diese Suche als einen Teil des Weges, der das Paar nach China führte.
Zellinfusion und Behandlung von Nebenwirkungen
Bei dem beschriebenen CAR-T-Verfahren werden dem Patienten Immunzellen entnommen und so verändert, dass sie einen Claudin18.2 erkennenden Rezeptor tragen. Anschließend werden sie außerhalb des Körpers vermehrt und zurückinfundiert. Damit war die Expression des Zielmoleküls ein wesentlicher Bestandteil der Beurteilung dieses Patienten; allein der Ort des Tumors genügte dafür nicht.
Die Zellinfusion fand am 29. September 2026 statt. Danach traten Fieber bis 39 °C, leichte bis mäßige Schwellungen beider unterer Extremitäten und ein leichter Blutdruckabfall auf. Das Team verabreichte Flüssigkeit und Tocilizumab, woraufhin sich die Beschwerden besserten. Nach Angaben des Krankenhauses wurde der Patient während der gesamten Behandlung engmaschig überwacht. Etwa zehn Tage nach der Infusion hatten sich die mit den unerwünschten Reaktionen verbundenen Werte stabilisiert.
Bei den Nachuntersuchungen sank der Tumormarker CA19-9 von 8.200 U/mL vor der Infusion auf 57,6 U/mL zum Zeitpunkt des Berichts. Das Krankenhaus beschrieb zudem eine deutliche Tumorverkleinerung, die einer vollständigen Remission nahekam. Dies war das zu diesem Zeitpunkt berichtete Ansprechen eines einzelnen Patienten; eine vollständige Remission oder ein langfristiger Ausgang waren damit nicht belegt.
Pathologie und multidisziplinäre Beurteilung
Professor Pan Hongming, stellvertretender Direktor des Krankenhauses und Angehöriger des Onkologischen Medizinzentrums, betonte, dass diese Behandlung nicht für alle Menschen mit Magenkrebs oder Krebs am gastroösophagealen Übergang geeignet ist. Zunächst müssen standardisierte pathologische Untersuchungen die Expression von Zielstrukturen wie Claudin18.2 bestätigen. Danach muss ein multidisziplinäres Team den körperlichen Zustand, bisherige Therapien und mögliche Risiken bewerten. Die Behandlung setzt eine informierte Einwilligung voraus.
Das Krankenhaus nannte unter anderem Fieber und das Zytokinfreisetzungssyndrom als mögliche Nebenwirkungen der Zelltherapie. Überwachung und Behandlung erfordern ein erfahrenes Team in einer Einrichtung, die solche Komplikationen versorgen kann. Die Reise des Paares dokumentiert eine an der Zielstruktur ausgerichtete Entscheidung nach mehreren erfolglosen Therapien sowie die notwendige Beurteilung vor und Betreuung nach der Infusion.